Gleich zwei spannende Kultur- und Erinnerungsprojekte haben nun ihre Bewilligung erhalten: Im Fokus der beiden Kooperationsprojekte steht die Bewahrung und Vermittlung regionaler Geschichte - einerseits durch eine kunsthistorische Würdigung des Malers Carl Otto Müller, andererseits durch den Ausbau eines modernen Netzwerks zur Sicherung archäologischer und kulturhistorischer Funde im Landkreis Eichstätt.
Carl Otto Müller im Altmühltal: Werk, Wege, Wirkung
Anlässlich des 125. Geburtstags des Malers Carl Otto Müller (1901–1970) startet der Landkreis Eichstätt zusammen mit dem Markt Kipfenberg, der LAG Altmühl-Jura sowie der LAG Altmühl-Donau ein umfassendes Kulturprojekt zur systematischen Erfassung, Digitalisierung und Präsentation seines künstlerischen Lebenswerks. Carl Otto Müller, vielfach als „Cézanne des Altmühltals“ bezeichnet, prägte mit seinen Landschaftsdarstellungen das kulturelle Bild der Region nachhaltig.
Im Rahmen des Projekts werden erstmals 125 ausgewählte Werke digitalisiert, kunsthistorisch aufgearbeitet und in einer dauerhaft zugänglichen Online-Galerie präsentiert. Ergänzend sind Ausstellungen in Eichstätt, Kipfenberg und weiteren Orten des Altmühltals geplant. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einrichtung eines kulturhistorischen Erlebniswegs in Kipfenberg. An rund zehn Stationen soll das Leben und Wirken des Künstlers im öffentlichen Raum erfahrbar gemacht werden. Digitale Angebote runden das Programm ab und sorgen für nachhaltige Sichtbarkeit. Mit dem Projekt wird das kulturelle Erbe Carl Otto Müllers im Besitz des Landkreis Eichstätt und des Marktes Kipfenberg dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleichzeitig stärkt die Initiative die regionale Identität und eröffnet neue Perspektiven für Forschung, kulturelle Bildung und Tourismus.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt-Pfaffenhofen hat hierfür eine LEADER-Förderung in Höhe von rund 29.000 Euro bewilligt.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Historisches Gedächtnis 2.0: (Auf-)Bewahrung im Netzwerk
Parallel dazu baut der Landkreis Eichstätt sein erfolgreiches LEADER-Kooperationsprojekt „Historisches Gedächtnis“ in einem Anschlussprojekt weiter aus. Ziel der zweiten Projektphase ist nun die nachhaltige Sicherung archäologischer, geologischer und kulturhistorischer Funde, die stärkere Vernetzung regionaler Akteure sowie eine lebendige Vermittlung der regionalen Geschichte.
Im Sonderpädagogischen Förderzentrum Kösching entsteht hierzu ein zweites zentrales Funddepot mit moderner Lagertechnik, Klimakammer und einer Digitalisierungsstation. Damit reagiert der Landkreis auf die neuen Anforderungen des bayerischen Schatzregals und schafft die Voraussetzungen für eine fachgerechte Lagerung und digitale Dokumentation bedeutender Fundstücke. Das Herzstück der neuen Projektphase ist der Aufbau eines regionalen Netzwerks unter dem Titel „Historisches Gedächtnis im Austausch“. Dadurch sollen Gemeinden, Museen, Schulen, Vereine, Heimatpfleger, Ehrenamtliche und wissenschaftliche Einrichtungen künftig enger zusammenarbeiten und ihr Wissen aktiv teilen. Geplant sind regelmäßige Netzwerktreffen, Workshops, Ausstellungen, digitale Vermittlungsangebote sowie gezielte Öffentlichkeitsarbeit.
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ingolstadt-Pfaffenhofen hat hierfür eine LEADER-Förderung in Höhe von rund 147.000 Euro bewilligt.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Weitere Fördermittel
Neben der LEADER-Förderung wird die Realisierung beider Projekte auch durch die Unterstützung weiterer Fördermittelgeber ermöglicht. Beteiligte Förderpartner sind der Bezirk Oberbayern, die Herbert-Geiger-Stiftung, die Sparkassenstiftung Ingolstadt-Eichstätt sowie die Willibald-Schmidt-Stiftung.

