Mit einem feierlichen Festakt wurde der 125. Geburtstag des Malers Carl Otto Müller im Römer- und Bajuwaren Museum auf Burg Kipfenberg gewürdigt. Rund 100 Gäste kamen zusammen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kultur sowie nahezu die gesamte Familie und zahlreiche Nachkommen des Künstlers. Die Veranstaltung bot Gelegenheit, auf das Leben und Werk Carl Otto Müllers zurückzublicken und seine besondere Verbindung zur Region in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Festrede von Kreisheimatpfleger Dr. Karl Heinz Rieder beleuchtete Müllers Lebensweg und seine künstlerische Entwicklung im Altmühltal. In dem mit Fotos reich bebilderten Vortrag ging Rieder insbesondere auf die Beziehung des Künstlers zur charakteristischen Landschaft der Region ein und die Beweggründe für seine Verbundenheit mit ihr. Er schloss seine Ausführungen mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass zu C. O. Müller noch lange nicht alles erzählt sei.
Zuvor hatte der stellvertretende Landrat Bernhard Sammiller in seinem Grußwort die Bedeutung Müllers für den Landkreis Eichstätt herausgestellt. In der unmittelbaren Nachkriegszeit übernahm dieser als stellvertretender Landrat politische Verantwortung für die Region. Doch sein Wirken reichte weit über das Amt hinaus: Auch im kulturellen Leben des Landkreises engagierte er sich und trug dazu bei, das öffentliche und kulturelle Leben seiner Heimat mitzugestalten. Diese besondere Verbindung zwischen "CO" und dem Landkreis führte letztlich zur Stiftung der Gemäldesammlung durch die Witwe Ilse Müllers an den Landkreis und zur Einrichtung der Jahrzehnte bestehenden "CO Müller-Galerie".
Der Kipfenberger Bürgermeister Christian Wagner hob Carl Otto Müllers enge Verbundenheit mit Kipfenberg und sein vielfältiges Wirken für die Marktgemeinde hervor. Als Gründungsmitglied des Kulturvereins „Die Fasenickl“ engagierte sich Müller für das örtliche Brauchtum und das kulturelle Leben. Zugleich war er der Gemeinde auch als Bürger eng verbunden und nahm aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Mit der späteren Ernennung zum Ehrenbürger erfuhr diese Verbundenheit eine besondere Würdigung. Sein Wirken hinterließ Spuren, die über seine künstlerische Tätigkeit hinausreichen und bis heute mit seiner Person in Kipfenberg verbunden sind.
Agnes Stiglmaier, LEADER-Koordinatorin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen, ging darauf ein, wie das Projekt die Grundsätze des europäischen LEADER-Förderprogramms unterstützt: Es vernetzt verschiedene Bereiche (Kultur, Tourismus und Wissenschaft), bindet unterschiedliche Akteure ein und trägt dazu bei, das kulturelle Erbe der Region zu bewahren, kunsthistorisch zu erschließen und für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Neben den Redebeiträgen prägte auch der persönliche Austausch die Veranstaltung. Das Römer und Bajuwaren Museum war Gastgeber und bot für den gelungenen Festakt einen wunderbaren Rahmen. Bei einem Umtrunk und liebevoll angerichteten Häppchen, die als „Stillleben“ selbst kleine Kunstwerke in Bilderrahmen darstellten, ergaben sich zahlreiche angenehme Begegnungen und anregende Gespräche zwischen Familienangehörigen, Gästen, Projektbeteiligten und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Kultur. So bot der Abend nicht nur Raum für die Würdigung des Malers, sondern auch für den Austausch über sein Werk und dessen Bedeutung für die Region.
Die Ausstellung "C. O. Müller – Mensch, Maler, Persönlichkeit" wird bis September 2027 nun im Römer und Bajuwaren Museum Kipfenberg gezeigt. Als Wanderausstellung konzipiert, soll sie im Anschluss an weiteren Orten im Landkreis Eichstätt gezeigt werden - überall dort, wo auch der Künstler in der Region seine Spuren hinterließ.
Die Ausstellung ist Teil des LEADER-Kooperationsprojekts „Carl Otto Müller – Werk, Wege, Wirkung“: Neben der Wanderausstellung ist geplant 125 ausgewählte Werke kunsthistorisch zu bearbeiten und in einer Online-Galerie dauerhaft zu präsentieren. Damit wird das Werk des Künstlers künftig auch unabhängig von einem konkreten Ausstellungsort zugänglich sein. Zudem soll in Kipfenberg ein Spazierweg eingerichtet werden, der Leben und Schaffen des Künstlers direkt vor Ort erlebbar macht.
Das LEADER-Projekt unter der Trägerschaft des Landkreises Eichstätt wird umgesetzt zusammen mit dem Markt Kipfenberg und bezuschusst durch den Bezirk Oberbayern und die Herbert-Geiger-Stiftung.




